Swiss-Ski schwingt zum vierten Mal in Folge obenaus
Im vergangenen Winter schwang Swiss-Ski in der Nationenwertung mit 10'823 Punkten und einem Vorsprung von mehr als 3300 Punkten auf Österreich obenaus. Alles andere als ein weiterer Sieg in dieser Saison wäre angesichts der Dominanz der vergangenen Jahre eine Enttäuschung gewesen.
Doch nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Punktegarantin Lara Gut-Behrami, die in den drei vorangegangenen Wintern jeweils mehr als 1000 Zähler beisteuerte, hing der Sieg in der Schwebe, zumal auch die Punkte von Michelle Gisin ab Mitte Dezember und ihrem Sturz in St. Moritz fehlten.
Die Aufholjagd der Männer
Nach der ersten Abfahrt der Frauen im Engadin am 12. Dezember lag Österreich in der Nationenwertung 637 Punkte vor der Schweiz. Doch schon am folgenden Tag bliesen die Schweizer Männer mit dem Dreifachsieg von Loïc Meillard, Luca Aerni und Marco Odermatt im Riesenslalom in Val d'Isère zur Aufholjagd. Nach den Rennen von Adelboden und Zauchensee Mitte Januar hatten die Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski das Bild wieder zurechtgerückt und die Führung übernommen. Am Ende der Saison betrug der Vorsprung auf den östlichen Nachbarn 706 Punkte.
Hauptverantwortlich hierfür waren die Männer, die 1312 Punkte mehr holten als ihre Konkurrenten aus Österreich und insbesondere die Abfahrer, die 1381 Zähler mehr erzielten als die Athleten des ÖSV. Mit 2188 Punkten holten sie fast ein Viertel aller Schweizer Punkte für die Nationenwertung. Auch im Riesenslalom waren die Schweizr die Nummer 1. Im Super-G mussten sie hingegen den Österreichern den Vortritt lassen, im Slalom klassierten sie sich im 4. Rang.
Frauen zuletzt vor elf Jahren schlechter
Bei den Frauen belegte die Schweiz in der Gesamtwertung lediglich den 4. Platz hinter den USA, Österreich und Italien. Schlechter klassiert waren die Schweizerinnen zuletzt 2015, als es nur zum 5. Rang reichte. Die Verletzungen von Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin sowie der zwischenzeitliche Ausfall von Corinne Suter wogen zu schwer. Doch auch die Konkurrenz hatte gewichtige Absenzen - Italien etwa mit Federica Brignone, der Gesamtweltcupsiegerin des vorangegangenen Winters. Bei den Amerikanerinnen fiel die stark fahrende Lindsey Vonn nach den Olympischen Spielen aus.
Gut möglich, dass es auch im nächsten Winter wieder die Schweizer Männer braucht, um Österreich zum dann fünften Mal in Folge in Schach zu halten. Von einer Rekordserie ist die Schweiz indes noch weit entfernt: Österreich dominierte die Nationenwertung zwischen 1990 und 2019 und holte 30 Mal hintereinander (!) den Sieg.