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Tränen für die Familie und das Hoffen auf den 14. Februar

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Tränen für die Familie und das Hoffen auf den 14. Februar

11. Februar 2026, 07:06 Uhr
Zunächst noch vorne weg, wird Nadine Fähndrich auf der Zielgeraden durchgereicht. Die Athletin findet zunächst keine Erklärung für den Einbruch
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Nadine Fähndrich zeigt sich nach dem Viertelfinal-Aus im olympischen Sprint im Val di Fiemme ratlos. Sie denkt vor allem an die Familie und Fans, die sie enttäuscht habe.

Alles ist angerichtet für ein Schweizer Langlauf-Fest im Val di Fiemme: Der Fanklub von Nadine Fähndrich macht Stimmung, die Nachfrage bei drei schwedischen Journalisten, wer denn ihre Hauptkonkurrentin sein werde, kennt nur eine Antwort: Fähndrich. Sie kann den Ansprüchen aber nicht gerecht werden und scheitert bereits frühestmöglich in den Viertelfinals.

Eine halbe Stunde nach dem Desaster erscheint Fähndrich gefasst. Ratlos, enttäuscht, aber gefasst. Bis die Sprache auf ihre Familie und die vielen Fans kommt. Da laufen doch noch ein paar Tränen über das Gesicht der 30-jährigen Luzernerin. «Für mich ist es einfach, mit einem solchen Resultat umzugehen, wenn es nur um mich geht», erklärt sie mit stockender Stimme. «Aber zu wissen, wie viele Leute so viel investiert haben und ihre Enttäuschung zu sehen, das ist das Schwierigste.»

Besseres Gefühl als an der WM

Dabei hatte Fähndrich ein gutes Gefühl. «Sicher, ich hatte heute viel Druck. Aber ich hatte das Gefühl, ich kann damit umgehen.» Sie sei nervös gewesen, aber zuversichtlicher als vor einem Jahr bei der WM in Trondheim, als sie am Ende souverän zu Bronze gelaufen war. «Ich war heute etwas überzeugter, dass es klappen würde.» Eine Erklärung, warum sie auf der Zielgeraden ihres Viertelfinals auf den 5. Platz - noch hinter Anja Weber - zurückfiel, hat sie nicht.

Der Ski schien nicht optimal zu gehen, die Spur, die Fähndrich und Weber wählten, war wohl die langsamere. «Ich weiss nicht genau, was los war», sucht die Siegerin von sieben Sprints im Weltcup vergeblich nach Antworten. «Ich bin ratlos, aber ich weiss gar nicht, ob ich nach einer Antwort suchen soll oder es heute einfach nicht sein sollte.»

Dann wird Fähndrich grundsätzlich. Sie fände es schade, wenn alles auf eine Medaille oder nicht fokussiert werde. Es müsste mehr die Arbeit, die man geleistet habe, zählen. «Und auf diese Arbeit bin ich stolz.»

Unterstützung von Deschwanden nützte nichts

Selbst die lautstarke Unterstützung der Skisprung-Fraktion um Gregor Deschwanden nützte nichts. So nahe liegen Freude und Frust beieinander. Der Luzerner aus Horw gewann am Montagabend eine völlig überraschende Bronzemedaille, ungefähr sechzehn Stunden später verpasste die Luzernerin aus Eigenthal die eigentlich erwartete.

Doch aufgeschoben ist vielleicht nur aufgehoben. Fähndrich setzt noch auf den Teamsprint und die Staffel. «Ich habe meinen Teamkolleginnen schon gesagt, dass die Staffel ein cooler Wettkampf ist, nach den starken Resultaten am Samstag sowieso.» Sie hat auch schon bewiesen, dass sie auf Enttäuschungen positiv reagieren kann. Bei der WM 2021 in Oberstdorf blieb sie im Sprint ebenfalls deutlich unter den Erwartungen und gewann wenige Tage später mit Laurien van der Graaff im Teamsprint mit Silber die erste von mittlerweile drei WM-Medaillen. «Damals hatte ich nach dem Sprint einen Kloss im Hals», erinnert sich Fähndrich. «Das ist diesmal nicht so. Vielleicht, weil ich älter bin.» Wenn da nur nicht dieser bittere Gedanke an die Fans und Unterstützer wäre...

Zum Schluss kommt Fähndrich aber wieder ein positiver Gedanke. «Der 14. Februar ist mein Glückstag», meint sie mit einem Lächeln. Dann haben nämlich ihr Freund und ihr Vater Geburtstag. Am 14. Februar, am nächsten Samstag, ist dann genau diese Staffel. Und wie Deschwanden gezeigt hat, sind im Val di Fiemme auch positive Überraschungen möglich.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Februar 2026 07:06
aktualisiert: 11. Februar 2026 07:06