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Wahl zwischen München und Köln für Olympia-Kandidatur

Olympische Spiele 2036

Wahl zwischen München und Köln für Olympia-Kandidatur

25. September 2026, 10:25 Uhr
München oder Köln? Deutschland entscheidet am Samstag, welche Stadt sich für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036 bewirbt
© KEYSTONE/DPA/SVEN HOPPE
Deutschland und Olympische Spiele - das ist eine Geschichte mit Hindernissen. Am Samstag entscheidet sich, ob es mit München oder Köln-Rhein-Ruhr einen neuen Anlauf nimmt.

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, seit Deutschland zum dritten und bisher letzten Mal Gastgeber von Olympischen Spielen war. Seither ist eine ganze Reihe von Anläufen gescheitert. Und auch die drei Austragungen standen unter keinem guten Stern.

1936 lag der Schatten der Nazi-Herrschaft über den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen und vor allem den Sommerspielen in Berlin. 1972 in München sorgte der Terroranschlag palästinensischer Extremisten auf das israelische Team im olympischen Dorf für Trauer und Entsetzen. Während alle anderen grossen europäischen Länder wie Frankreich, Grossbritannien, Italien, Spanien oder Russland seither Olympische Spiele ausrichteten, scheiterten alle deutschen Bemühungen bei der Wahl durch das IOC: 2000 Berlin und 2012 Leipzig für Sommer-, 2018 München für Winterspiele.

Zwei Drittel der Bevölkerung dafür

Einige Bewerbungen wurden bereits intern durch Referenden gestoppt, wie diesmal zum wiederholten Mal Hamburg. In Berlin gewann am vergangenen Sonntag die Linke die Wahlen. Sie lehnt wie die Grünen eine Olympiakandidatur ab, weshalb die Hauptstadt isch zurückzog. Es bleiben München und Rhein-Ruhr mit Köln als Kernstadt, von denen eine am Samstag von der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) auserkoren wird.

Favorit ist München dank der Bestnote bei der Evaluierung durch den DOSB und der Zustimmung durch die Bevölkerung, aber auch wegen der Erfahrung mit sportlichen Grossereignissen und der Unterstützung durch die CSU-geführte Regierung. Beim Bürgerreferendum im vergangenen Oktober stimmten rund zwei Drittel der Stimmenden für eine Olympia-Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt. Ähnlich hoch war auch die Zustimmung in der Region Rhein-Ruhr. 66 Prozent sprachen sich für eine Bewerbung aus.

Pikantes Detail am Rande: Mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seinem Pendant in Nordrhein-Westfalens Hendrik Wüst kämpfen die zwei Männer um den Zuschlag, die auch als mögliche Nachfolger des angeschlagenen Bundeskanzlers Friedrich Merz gelten. Wüst stichelte schon mal gegen den einzigen Widersacher München. Die Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr sende «ein klares Zeichen für das vereinigte Deutschland. Es ist die einzige Bewerbung, die Standorte in Ost und West zusammenbringt», sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Entscheid in drei Jahren

Den Entscheid verkündet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Samstagnachmittag in Baden-Baden an der Seite von DOSB-Chef Thomas Weikert. Danach geht es für Deutschland darum, sich international in Stellung zu bringen und dem IOC Detailpläne und finanzielle Garantien vorzulegen. Die erste Vorauswahl für die Vergabe der Sommerspiele 2036 soll im März 2027 abgeschlossen sein. Die nächste Phase strategischer Verhandlungen würde dann bis Ende 2028 laufen, ehe in den letzten Monaten bis zur entscheidenden IOC-Session Mitte 2029 nur noch die aussichtsreichsten Kandidaten im Rennen verbleiben.

Indien und Katar gelten als weitere mögliche Kandidaten für 2036. Sollte das IOC einen Kandidaten aus Asien bevorzugen, müsste sich Deutschland mindestens noch weitere vier Jahre gedulden. Noch einmal aufgeschnürt werden soll das Thema dann aber nicht. Der jetzt gewählte Kandidat soll auch für 2040 oder 2044 ins Rennen gehen. Neben dem deutschen Kandidaten haben in Europa Budapest und Istanbul Olympia-Pläne, auch Madrid, der Norden Grossbritanniens und die Toskana prüfen einen Anlauf.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. September 2026 10:25
aktualisiert: 25. September 2026 10:25