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Wieder kein Duell Sinner gegen Alcaraz

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Wieder kein Duell Sinner gegen Alcaraz

30. August 2026, 05:00 Uhr
Keine Revanche: Das Finalduell vom letzten Jahr, als Carlos Alcaraz (li.) gegen Jannik Sinner triumphierte, wird es diesmal am US Open nicht geben
© KEYSTONE/AP/SETH WENIG
Zum dritten Mal hintereinander wird ein Grand-Slam-Turnier seiner grössten Attraktion beraubt. Das Duell zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz findet beim US Open erneut nicht statt.

Das sind die wichtigsten Fragen vor dem Start des vierten und letzten Grand-Slam-Turniers des Tennisjahres am Sonntag in New York

Wie hält das Handgelenk von Alcaraz?

Im letzten Jahr stürmte Carlos Alcaraz in New York überlegen zum Titel, den einzigen Satz im gesamten Turnier gab er im Final gegen Jannik Sinner ab. Auch 2026 begann der Spanier grandios und komplettierte am Australian Open - im Alter von gerade mal 22 Jahren - seinen Karriere-Grand-Slam. Die letzten Monate waren aber schwierig. Seit Mitte April verhinderte eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk weitere Einsätze. Nun ist der Spektakelspieler und Publikumsliebling zurück.

In Topverfassung ist er der klare Favorit auf einen achten Grand-Slam-Titel. Ohne Vorbereitungsturnier weiss er allerdings wohl selbst nicht, wo er steht. Auch zwei Mixed-Partien im Kurzformat an der Seite von Serena Williams diese Woche gaben kaum Aufschluss, wie gut Alcaraz auf die Strapazen von möglicherweise sieben Matches auf drei Gewinnsätze vorbereitet ist. Sinner fehlt erstmals seit über sieben Jahren bei einem Grand-Slam-Turnier.

Ist Zverev erneut der Profiteur?

Als Nummer 1 gesetzt ist in Abwesenheit von Jannik Sinner, dem das rechte Knie Sorgen bereitet, allerdings nicht Alcaraz, sondern die Weltnummer 2 Alexander Zverev. Der Deutsche erlöste sich am French Open endlich mit seinem ersten Major-Titel. Er nutzte die Chance, nachdem dort mit Alcaraz ebenfalls der Vorjahressieger gefehlt hatte und Sinner in einem Hitzekollaps bereits in der 2. Runde gescheitert war. Die Last, die Zverev von den Schultern fiel, war auch in Wimbledon spürbar, wo er zuvor nie gut spielte, nun aber nach starken Leistungen erst im Final in Sinner seinen Meister fand. Auch das US Open brachte Zverev seit seinem 2020 mitten in der Covid-Pandemie im leeren Stadion gegen Dominic Thiem verlorenen ersten Grand-Slam-Final nie viel Glück. An den eigenen Nerven sollte der Hamburger jedoch nicht mehr scheitern.

Wo steht der Rest?

Durch das Fehlen von Sinner und die Fragezeichen bei Alcaraz scheint das Feld der Männer offen wie lange nicht mehr. Könnte sogar erstmals seit 2003 und Andy Roddicks einzigem Grand-Slam-Triumph wieder einmal die Stunde eines Amerikaners schlagen? Ben Shelton stellte seine gute Form mit dem Sieg in Montreal unter Beweis, Taylor Fritz stand vor zwei Jahren im Final, und Frances Tiafoe wurde letzte Woche in Cincinnati erst im Final gestoppt. Bei den Buchmachern steht noch immer Novak Djokovic an dritter Stelle der Favoritenliste. Der Körper des 39-jährigen Grand-Slam-Rekordsiegers scheint aber nicht mehr in der Lage, den Strapazen eines zweiwöchigen Turniers bei grosser Hitze standzuhalten.

Wer wird die Nummer 1?

Wie vor einem Jahr ist Aryna Sabalenka als Nummer 1 der Welt, aber ohne Grand-Slam-Titel in diesem Jahr angereist. Bei den Buchmachern ist die Belarussin noch immer die Topfavoritin, doch konnte sie nach einem guten Start ins Jahr mit dem Final am Australian Open in den letzten Monaten nicht überzeugen. Während bei den Männern Sinner auf jeden Fall die Nummer 1 bleibt, darf sich gleich ein halbes Dutzend Spielerinnen Hoffnungen machen, in gut zwei Wochen an der Spitze der Weltrangliste der WTA zu stehen. Die Chancen stehen gut, dass eine der Siegerinnen der letzten Jahre - neben Sabalenka (2024, 2025) zum Beispiel Coco Gauff (2023), Iga Swiatek (2022) oder Naomi Osaka (2018, 2020) - am Ende erneut triumphiert. Serena Williams tritt nach ihrem missglückten Comeback in Wimbledon nun beim Heimturnier nur im Doppel mit Schwester Venus an.

Wie stehen die Chancen der Schweizer?

Die goldenen Zeiten mit dem fünffachen Champion Roger Federer und Stan Wawrinka sind vorbei. Immerhin bescheren die Veranstalter dem Waadtländer zehn Jahre nach dessen Turniersieg in New York dank einer Wildcard in letzter Minute doch noch einen würdigen Abgang. Bei den Frauen liegen die grössten Hoffnungen auf Belinda Bencic, die sich im sportlich kaum aussagekräftigen Mixed gut präsentierte und mit Flavio Cobolli bis in den Final vorstiess. Bei ihren letzten beiden Turnieren musste die Halbfinalistin von 2019 aber mit Kniebeschwerden aufgeben. Viktorija Golubic schaffte es im letzten Jahr im achten Anlauf am US Open erstmals in die 2. Runde, Simona Waltert steht sogar erstmals überhaupt im Hauptfeld. Bei den Männern ist Wawrinka der einzige Schweizer. Leandro Riedi und Jérôme Kym, die letztes Jahr als Qualifikanten für Furore sorgten, fehlen diesmal und werden im Ranking weit abrutschen.

Was gibt es zu gewinnen?

Das US Open schüttet mit 108 Millionen Dollar ein Rekord-Preisgeld aus, 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Siegerin und der Sieger im Einzel erhalten jeweils 5,5 Mio. Dollar, die Erstrundenverlierer 140'000 Dollar.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. August 2026 05:00
aktualisiert: 30. August 2026 05:00