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In Liechtenstein 31'000 Datenkopien von Rechtsträgern gestohlen

Cyberangriff

In Liechtenstein 31'000 Datenkopien von Rechtsträgern gestohlen

2. August 2026, 19:33 Uhr
Seit Samstag bemüht sich in Vaduz ein Krisenstab der Regierung, den umfangreichen Datendiebstahl aufzuklären. Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur. (Archivbild von Schloss Vaduz)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Das Fürstentum Liechtenstein ist Ziel eines umfangreichen Hackerangriffs geworden. Dabei wurden rund 31'000 Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften gestohlen. Wer hinter dem Angriff steht, ist laut der Regierung in Vaduz unklar.

Ziel des Angriffs wurde das «Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen», wie die Regierung des Fürstentums am Sonntagabend mitteilte. Das Gesetz über das Verzeichnis trat 2021 in Kraft, um die Vorgaben der EU-Geldwäschereirichtlinien umzusetzen. Bis zur Aufhebung des Bankgeheimnisses 2017 war Liechtenstein von zahlreichen Steuerhinterziehern für ihre Zwecke benutzt worden.

Nach vorläufigen Erkenntnissen habe sich in der Nacht auf Donnerstag (30. Juli) «eine unbekannte Täterschaft widerrechtlich auf digitalem Weg» Zugriff auf das Verzeichnis verschafft, hiess es in der Mitteilung der Liechtensteiner Regierung weiter.

Im Verlauf des Donnerstags seien beim Amt für Justiz Unregelmässigkeiten aufgefallen, worauf das Amt für Informatik eingeschaltet worden sei. Dieses habe zur Sicherheit das betroffene System vom Netz genommen. Am Freitag schliesslich sei die Regierung informiert und am Samstag seien die ersten bestätigten Ergebnisse der Voruntersuchungen an die Regierung übermittelt worden.

Die Leitung des am Samstagabend von der Liechtensteiner Regierung einberufenen Krisenstabes haben Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler. Oberstes Ziel sei es, «den Vorfall so rasch wie möglich umfassend aufzuklären, Betroffene zu informieren und Gegenmassnahmen einzuleiten», hiess es.

Nach aktuellem Kenntnisstand bestünden keine Hinweise darauf, dass Daten im System verändert oder gelöscht wurden, schrieb die Liechtensteiner Regierung weiter. In der «Tagesschau»-Hauptausgabe von Schweizer Radio und Fernsehen SRF sagte Regierungschefin Haas zudem, dass bislang auch keine Lösegeldforderungen eingegangen seien, ebenso wenig seien die Daten im Darknet aufgetaucht.

Am Montag wollte der Krisenstab über weitere Entwicklungen informieren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. August 2026 19:33
aktualisiert: 2. August 2026 19:33