Textilarbeiter in Bangladesch protestieren für höhere Löhne
Die Textilbranche Bangladeschs, der zweitgrösste Bekleidungsexporteur der Welt, bildet das Rückgrat der Wirtschaft des Landes: Sie beschäftigt Millionen Menschen und erwirtschaftet den Grossteil der Deviseneinnahmen.
Seit vergangener Woche sind die Arbeiter mobilisiert, insbesondere in den Fabriken der Hauptstadt, um eine Erhöhung ihrer Löhne zu erreichen. Hintergrund sind die hohe Inflation - im September mehr als acht Prozent im Jahresvergleich - und die weltweite Energiekrise.
Am Sonntag hatte die Regierung einen Ausschuss eingesetzt, der die Löhne neu verhandeln soll.
Hunderte blockieren Autobahn
Am Montag blockierten Hunderte wütende Arbeiter die Autobahn von Dhaka nach Tangail und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Andere zogen im Distrikt Mirpur nördlich der Hauptstadt demonstrierend durch die Strassen, wo die Polizei sie laut der Nachrichtenagentur AFP mit Tränengas auseinandertrieb.
Am Sonntag erklärte Innenminister Salahuddin Ahmed gegenüber der Presse, seine Aufgabe sei es, «sicherzustellen, dass Produktion und Exporte weiterlaufen». Er wies die Sicherheitskräfte an, «Gewalttaten zu unterbinden».
Das durchschnittliche Gehalt der Textilarbeiter wird derzeit laut Kalpona Akhter vom Bangladesh Center for Workers Solidarity auf 13'000 Taka (85 Franken) pro Monat geschätzt. «Diesmal fordern wir etwas mehr als 30'000 Taka», sagte sie.
Die Tausenden Fabriken im Land produzieren Kleidung, darunter T-Shirts, Jeans und Pullover, für grosse Handelsketten in Europa und den USA.