Weltweiter Weinkonsum sinkt auf niedrigsten Stand seit 1957
Dies teilte die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) im französischen Dijon mit. Die Gründe seien langfristige gesellschaftliche Veränderungen und jüngste wirtschaftliche Unsicherheiten, von der Corona-Pandemie über Inflation und Konflikte bis hin zu Zöllen.
Der daraus resultierende Anstieg der Produktionskosten und Preise sowie der gleichzeitige Rückgang des verfügbaren Einkommens der Verbraucher hätten die Nachfrage stark belastet. Besonders bemerkbar machten sich zuletzt Absatzrückgänge in den USA, China und dem klassischen Weinland Frankreich, wo der Konsum seit Jahrzehnten rückläufig ist, teilte die OIV mit.
In Frankreich, dem weltweit nach den USA zweitgrössten und europaweit wichtigsten Weinmarkt, sank der Konsum 2025 auf 22 Millionen Hektoliter, ein Rückgang im Vorjahresvergleich um drei Prozent. In Italien, mit einem Konsum von 20,2 Millionen Hektolitern das zweitwichtigste Weinland in Europa, betrug der Rückgang 9,4 Prozent. An dritter Stelle liegt Deutschland, mit einem Konsum von 17,8 Millionen Hektolitern und einem Rückgang von 4,3 Prozent.
Veränderungen im Konsumverhalten hätten vor Jahrzehnten bereits zu einer Abkehr von einem historischen Modell geführt, das durch einen hohen Konsum von preiswertem Tafelwein in einer relativ kleinen Gruppe von Ländern geprägt war. Weltweit ging das Gesamtkonsumvolumen dadurch zwar zurück, doch der Trend zu besseren und teureren Weinen und die Erschliessung neuer Märkte in den Industrieländern hätten zu einem Wertzuwachs geführt, der letztlich dem Weinsektor zugutekam, hiess es von der OIV.
Bei den sich wandelnden Konsumtrends aktuell gehe es nicht nur um geringere Absatzmengen. Mit dem Aufkommen neuer, vielfältigerer, dynamischerer und vor allem digitaler orientierter Bevölkerungsgruppen gebe es eine Neuausrichtung der Frage, wie, wo und warum Wein konsumiert werde.